Raster oder Salonhängung: Was besser wirkt und wann

From ewuswiki.club
Jump to navigation Jump to search

Das Glätten von Papier zwischen zwei Büchern ist eine alte Methode, um wellige oder geknickte Blätter wieder flach zu bekommen. Sie funktioniert aber nur, wenn Druck, Feuchtigkeit und Zeit richtig zusammenwirken. Wer einfach ein feuchtes Blatt zwischen zwei schwere Bücher legt und am nächsten Tag ein perfektes Ergebnis erwartet, wird meist enttäuscht. Der Grund: Papier ist ein hygroskopisches Material, das Wasser aus der Luft aufnimmt und wieder abgibt. Beim Trocknen unter Druck ziehen sich die Fasern zusammen, und das Blatt bleibt flach – vorausgesetzt, der Druck ist gleichmäßig und ausreichend hoch.

Zuerst wird die alte Leimfuge gereinigt. Alte Leimreste, Staub und Lackreste müssen raus, sonst hält der neue Leim nicht. Ein schmaler Schraubendreher oder eine dünne Säge hilft, die Fuge vorsichtig zu öffnen. Kein grobes Aufhebeln mit dem Stemmeisen, dabei bricht der Zapfen. Anschließend die Fuge mit Druckluft oder einer Bürste ausblasen. Bei lackierten Rahmen die Lackkante an der Fuge mit einem scharfen Messer leicht anritzen, damit der Leim ins Holz eindringen kann und später keine Lackbrücke die Bewegung aufnimmt.

Die Entscheidung zwischen Raster- und Salonhängung fällt nicht nach Geschmack allein, sondern nach Format, Wandgröße und Bildanzahl. Beide Ordnungen haben klare Regeln. Wer sie kennt, hängt sicher und vermeidet schiefe Kanten oder unruhige Zwischenräume.

Ein häufiger Fehler ist, den Rahmen einfach mit Klebeband zuzukleben. Das hält kurzfristig, hinterlässt aber Rückstände und verdeckt die eigentliche Ursache. Ein weiterer Fehler: den Rahmen mit Gewalt zudrücken, obwohl das Bild zu dick ist. Dann liegt der Rahmen nicht plan auf und der Verschluss kann nicht einrasten. In diesem Fall muss das Bild oder das Passepartout dünner werden, nicht der Verschluss fester. Wer diese Punkte beachtet, spart sich den Neukauf und vermeidet Folgeschäden.

Eine gelöste Rahmenecke macht sich meist durch ein leises Knacken bemerkbar, wenn Druck auf das Gestell kommt, oder durch einen feinen Spalt, in den man mit der Fingernagelkante hineinfahren kann. Bevor geleimt wird, muss die Fuge geprüft werden: Sitzt der Zapfen noch fest im Loch, oder ist das Holz bereits ausgebrochen? Bei einem sauberen Bruch genügt Nachleimen. Bei splitterndem Holz oder gerissenem Zapfen hilft nur eine Verstärkung, etwa durch eine eingeleimte Dübel oder eine Schraube mit versenktem Kopf.

Der Abstand zwischen zwei Rahmen sollte kleiner sein als die halbe Breite des schmalsten Bildes. Bei einer Reihe mit fünf Bildern sind gleichmäßige Zwischenräume von sechs bis zehn Zentimetern ein guter Ausgangspunkt, sofern die Rahmen nicht extrem schmal sind. Wird der Abstand größer als die halbe Rahmenbreite, zerfällt die Reihe optisch in Einzelbilder. Umgekehrt sollten sich die Rahmen nie berühren: zwei bis drei Zentimeter Luft bleiben das Minimum, damit die Kante des einen nicht die Wirkung des anderen zerdrückt.

Häufige Ursachen und wie man sie unterscheidet Neben der Feder kommen zwei weitere Ursachen in Frage: eine verbogene Schiene oder ein zu großes Spiel im Scharnier. Eine verbogene Schiene erkennt man daran, dass der Rahmen nur auf einer Seite aufspringt. Das Spiel im Scharnier äußert sich durch ein deutliches Wackeln, bevor der Verschluss auslöst. Wer die Ursache falsch einschätzt, neigt dazu, mit Gewalt nachzuhelfen, und beschädigt dabei oft die Halterung dauerhaft. Deshalb gilt: erst prüfen, dann eingreifen.

Leim einbringen und Zwingen richtig ansetzen Weißleim auf Holz basis ist für Rahmen üblich, bei stark belasteten Ecken kann ein wasserfester Leim sinnvoll sein. Den Leim dünn auf beide Fugenflächen auftragen, nicht nur auf eine. Ein Zahnstocher oder eine dünne Spritze hilft, den Leim tief in die Fuge zu bringen. Sofort danach die Ecke zusammenziehen. Entscheidend sind die Zwingen: Eine Zwinge allein reicht nicht. Zwei Zwingen, im rechten Winkel zueinander angesetzt, halten die Ecke in beiden Richtungen. Eine dritte Zwinge über die Diagonale verhindert, dass sich der Rahmen verzieht.

Wenn nach dem Justieren der Rahmen weiterhin aufspringt, sollte man prüfen, ob die Wandhalterung schief sitzt. Ein Rahmen, der nicht lotrecht hängt, kann den Verschluss unter Spannung setzen. Mit einer Wasserwaage lässt sich das schnell feststellen. Sitzt die Halterung gerade und der Verschluss hält trotzdem nicht, ist meist das Material ermüdet. Dann hilft nur der Austausch des Verschlusses oder des gesamten Rahmens. Vor dem Kauf eines Ersatzes den alten Verschluss ausmessen, denn die Maße sind nicht einheitlich.

Ein Poster ohne Rahmen wirkt schnell provisorisch, dabei lässt sich mit einer Posterleiste oder Klemmschiene ein sauberes Ergebnis erzielen, das kaum teurer ist als Klebeband und Reißnägel. Der entscheidende Unterschied liegt in der Mechanik: Eine Posterleiste ist ein Profil, in das die Papierkante eingeschoben wird, eine Klemmschiene hält das Papier dagegen über zwei gegeneinander gepresste Lippen. Wer beides verwechselt, kauft am Ende das falsche Zubehör.